Kategorie-Archiv: DIY

DIY

Die Anschaffung von outdoortauglichen Hängemattensystemen ist in Deutschland auf kommerziellem Wege aufgrund fehlender Angebote nahezu unmöglich, man wird in den meisten Fällen um einen Einkauf in den USA nicht herumkommen. Die Ausrüstung wird dort vor allem von kleineren Garagenfirmen (Cottage Manufacturer) hergestellt, die häufig aus ein oder wenigen Mitarbeitern bestehen. Die Firmengründer entspringen meisten der großen Hängematten-Community (vertreten durch hammockforums.net). Die Ausrüstung ist von hoher Qualität und wird häufig auf Zuruf produziert (=Wartezeiten).

Internationale Bestellungen über das Internet lassen sich natürlich ohne größere Hürden durchführen. Doch Nachteile können sich in Versandkosten, Einfuhrsteuer, Zollgebühren, zeitraubenden Zollabwicklungen und Reklamationsfällen verstecken. Letztere sind besonders ärgerlich, da man außerhalb der USA kaum in den Genuß von der ausgeprägten Kulanz und der guten Kundenbetreuung der Ausrüstungs-Hersteller kommen wird, die diesen nachgesagt wird.

Dagegen kann das Selberbauen der eigenen Ausrüstung eine echte Alternative sein. Es gibt für fast alles umfangreiche und hervoragende Howtos im Netz, vieles lässt sich ohne Spezialwerkzeuge in der eigenen Wohnung herstellen. Spaß am Selbermachen erleichtert den Einstieg, doch auch ohne größere Erfahrungen sollte man der Sache ein Chance geben.

Bei mir hat sich das Selberbauen aus dem oben genannten Zwangsumstand entwickelt und ist mehr und mehr zur Leidenschaft geworden. Jedes Projekt vergrößert die Erfahrung und Routine, die Ergebnisse verbesseren sich (manchmal) und die Vorhaben werden anspruchsvoller.

Die Vorfreude auf der nächsten Tour in seinem selbstgebauten Bett zu schlafen, sein Essen mit dem neuen Kocher zu zubereiten, ist der eigentliche Motor.

DIY-Wunschliste:
– Top Quilt
– Wintertarp
Grizz Beaks
– Under Quilt Schutz/Rucksack Cover

Whoopie Slings selbstgebaut

Hier mal eine Anleitung für Whoopie Slings:

Benötigt wird:

  • Dyneemaschnur (2,5 oder 3mm), ca. 2x 380cm
  • Scharfes! Messer und Unterlage
  • Maßband, Zollstock
  • Blumendraht, ein paar Mal zusammengezwirbelt
  • Stift oder stumpfe Nadel zum markieren
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Messhilfe, Stift, scharfes Messer und Schneidunterlage – mehr braucht es nicht

Bemerkungen:

Die Länge der Schnur müsst ihr natürlich an eure eigene Bedürfnisse anpassen. Ich habe bisher immer 380cm pro Whoopie genommen, was eine Aufhängungslänge pro Seite von max=185cm und min= 60cm ergibt.
Das stehende Ende der Whoopie Sling hat bei mir immer ein Auge, was sich aufschieben lässt um es zum Beispiel über Diamantknoten zu legen unter dem es sich dann zuzieht. Trotzdem funktioniert das ganze auch wie eine festes Auge oder als Schlinge. Ihr könnt natürlich auch den Schritt einfach überspringen, solltet ihr diese Option nicht benötigen.
Die Maße habe ich aus verschieden Anleitungen übernommen und aus dem zöllischen Maßsystem übertragen. Die Werte sollten nicht als Gesetz verstanden werden. Für mich haben sie sich aber bewährt. Ich weiß aber auch, dass Leute mit anderen Maße gut zurande kommen.

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Aufbau der Whoopie Sling

1. Zuschnitt und Vorbereitung
Nach dem Ablängen auf 380cm werden beide Enden auf ca. 3-4cm ausgedünnt, um sie später einfacher durchziehen zu können. Dazu wird ungefähr jedes zweite Faserbündel herausgezogen, entweder mit der Messerspitze oder einer stumpfen Nadel. Das Ende mit den herausstehenden Fasern legt ihr flach auf die Schneidunterlage und schneidet die Fasern mit dem Messer knapp an der Schnur ab. Ne Schere könnt ihr getrost vergessen, die Dyneemafasern lassen sich damit nicht schneiden.

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Mit einem verjüngtes Ende geht’s viel leichter

2. Festes Ende mit Brummell Lock Spleiß
Jetzt geht es auch schon mit den ersten Spleißarbeiten los: Von einem Ende aus werden 23cm auf der Schnur markiert. An dieser Stelle zieht ihr das lange Ende mit Hilfe des Blumendrahtes durch. Dazu stecht ihr mit der verdrehten, stumpfen Seite des Drahtes genau zwischen den Faserbündeln hindurch. Achtet darauf, dass ihr dabei keine Faser verletzt. Durchgekommen, klemmt ihr das ausgedünnte Ende des kurzen Schnurteils in den Draht ein und zieht ihn mit diesem Ende rückwärts wieder heraus. Spätestens jetzt macht sich ein schlecht durchgeführter Draht durch reißende Fasern bemerkbar. Das Ende wird so weit hindurch gezogen, das ein kleines Auge entsteht, was ungefähr dem Durchmesser der Schnur entspricht um die es später festgezogen herumliegt.

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Und schön zwischen den Faserbündeln hindurch…

...damit keine Faser verletzt wird

…damit keine Faser verletzt wird

Schon ist das Auge fertig. Schnell noch die Markierung für den Brummel Lock...

Schon ist das Auge fertig. Schnell noch die Markierung für den Brummel Lock…

Der später aufzuschiebende Teil benötigt einen Weg von ca. 6,5cm. An dieser Stelle macht ihr jetzt einen Brummell Lock Spleiß. Dabei wird die Dyneema wechselseitig durch sich selbst gezogen was so ein Aufgehen verhindert:
Diese besagte Stelle markiert Ihr nun 6,5cm hinter dem kleinen Auge auf dem langen Schnurteil. Hier zieht ihr das kurze Ende der Schnur, wie weiter oben beschrieben, mit dem Draht durch. Hinter dieser Austrittsstelle markiert ihr diesmal auf dem kurzen Schnurteil eine Stelle, durch die das lange Ende gezogen wird. Dann schiebt oder zieht ihr beide Teile zusammen.

...und durch mit dem kurzen Ende.

…und durch mit dem kurzen Ende.

So sieht's dann aus.

So sieht’s dann aus.

Jetzt das lange Ende durch das kurze...

Jetzt das lange Ende durch das kurze…

...zusammenziehen...

…zusammenziehen…

Nun muss nur noch der „Schwanz“ in dem lange Ende versteckt werden:
Dafür zieht ihr mit dem Draht einfach den kurzen Schnurrest in das langen Teil hinein. Peilt dazu die Stelle an, an der der Rest enden würde und schlagt noch mindestens 1/3 der Länge drauf, bevor ihr einstecht. Denn die äußere Schnur, also der Mantel, wird sich verkürzen, sobald eine Schnur durch sie hindurch gezogen ist. Wenn ihr zu nah einstecht, wird es passieren, dass die Fransen des Rests nach dem Zurückmelken aus dem langen Ende hinaus schauen. Wenn ihr das fransige Ende zunächst ein Stück heraus zieht, könnt ihr daran sehr bequem beide Schnurteile am Brummell Spleiß gegeneinander ziehen. Dann „melkt“ ihr die äußere Schnur zurück, auf dass der „Schwanz“ in dem Mantel verschwindet. Ende an diesem Ende.

...das kurze Ende in den langen Teil ziehen und zurückmelken - feddich mit Ende Nr.1. Jetzt noch die Schlinge...

…das kurze Ende im langen Teil ziehen und zurückmelken – feddich mit Ende Nr.1. Jetzt noch die Schlinge…

3. Verstellbares Ende (Schlaufe)
Nun müsst ihr nur noch das lange Ende durch sich selbst hindurch ziehen und sein Ende mir einem Rückspleiß versehen. Ihr stecht unmittelbar hinter dem versteckten Ende des fertigen Teils mit dem Draht ein und kommt 27cm später aus dem langen Schnurteil wieder heraus (vorher markieren). In den Draht wird das ausgedünnte Ende des langen Teils eingeklemmt und durch den ganzen Kanal durchgezogen. Zieht den Draht ganz raus, trennt das Seil und zieht etwas weiter. Jetzt ist eine Schlinge entstanden und ihr habt nun die Whoopie Sling fast fertig! Manch Schlaue fädeln vor dem Durchziehen noch eine Perle auf, dadurch kann man die Schlinge nicht versehentlich in den Kanal ziehen. Jetzt schnell noch der Rückspleiß, das wars. Dazu wird das fransige Ende einfach in sich selbst hineingezogen. Das so verdickte Ende verhindert ein Zurückrutschen in den Kanal und franst nicht aus.

Langes Ende über fast 30cm durch sich selbst hindurchziehen...

Langes Ende über fast 30cm durch sich selbst hindurchziehen…

...schon haben wir die Schlinge!

…schon haben wir die Schlinge!

Schnell noch den Rückspleiß am freien Ende.

Schnell noch den Rückspleiß am freien Ende.

Ta-da! Ne astreine Whoopie Sling!

Ta-da! Ne astreine Whoopie Sling!

Verschiedene Möglichkeiten das feste Auge zu nutzen:

Über einen Diamatknoten gelegt, zieht sich das Auge unter Zug schön fest

Über einen Diamantknoten gelegt, zieht sich das Auge unter Zug schön fest.

Lässt sich natürlich auch mit einem Karabiner benutzten.

Lässt sich natürlich auch mit einem Karabiner benutzten.

Oder als Schlinge über das geraffte Ende von einer Gathered End Hängematte gezogen.

Oder als Schlinge über das geraffte Ende von einer Gathered End Hängematte gezogen.

Jetzt noch mal in Kurzfassung:

  1. Ablängen und Ausdünnen
  2. Auge mit Brummell Lock Spleiß. Erst kurz durch lang fürs Auge, dann wieder kurz durch lang, dahinter dann lang durch kurz. Festziehen, Ende durchziehen, Äußere Schnur zurückmelken.
  3. Schlinge machen. Hinter dem Schnurrest vom Brummell Lock Spleiß den langen Schnurteil für die Schlinge auf 27cm durchziehen. Dann Rückspleiß – fertig.

Ende.

Bridge Hammock mit Moskitonetz – Teil1


Habe begonnen für eine Freundin eine Bridge Hammock zu bauen (Die Fotos zeigen noch das Vorgänger-Modell). Da sie eine Iso-Matte verwenden wird, besteht die Hängematte aus einer doppelten Lage Stoffschichten. Verwendet wird Argon Ripstop Nylon, ca. 53g/m2. Erscheint ein bisschen „heavy-duty“, ist aber dem Farbwunsch und der Stoffverfügbarkeit geschuldet. Eigentlich würde ich für eine Hängematte mit Einschub für Iso-Matten leichteres Ripstop-Nylon mit um die 35g/m2 nehmen. In diesem Fall wird es sich um ein Mehrgewicht von 50-70g drehen…

Unterschied zum Vorgänger ist die etwas kürzere Gesamtlänge, eine großzügigere Stoffbreite am Kopfende und die Verbindung der Kopf- und Fußteile zur Liegefläche und den seitlichen, eingewickelten Gurten. Details, die zunächst nicht sonderlich bedeutend erscheinen. Ich hoffe jedoch, dass dadurch der Liegekomfort und die Qualität der Gesamterscheinung verbessert wird – ich glaube fest daran! :-P

Update 26.02.2015
Vorweg: dummer Weise habe ich kein Gesamtfoto der Hängematte im fertigen Zustand gemacht. Aber sie unterscheidet sich von der oben abgebildeten Matte nur in Details, die auf den Slideshow-Fotos kaum zusehen sind. Während des „Schneiderns“ habe ich nur sehr wenige Fotos machen können, die Arbeit war anstrengender als ich dachte. Ich habe aber in den Nachzustandsfotos versucht einige Details festzuhalten und versuche noch das ein oder andere zu beschreiben.

Den ersten Eigenbau einer Bridge Hammock habe ich nach einer Schritt-für-Schritt Anleitung von GrizzlyAdams/Prof. Hammock (The Making Of A GrizzBridge) genäht. Das Grundprinzip habe ich beibehalten, verändert sind die Breite der Spreizen, der Anschluss der Endstücke und andere kleinere Details. Weitere Inspiration (Seitentaschen und Staufach vom Moskitonetz) habe ich mir von der Ridgerunner von WarbonnetOutdoors und über das Hammockforum geholt.

GrizzlyAdams verwendet Spreizen mit einer Breite um die 80 und 65cm. Ich habe bisher gut in der GrizzBridge geschlafen, mir dann aber überlegt, in wie weit der Komfort durch ein breiteres Kopfstück verbessert werden könnte. Die Entscheidung eine Spreizenbreite am Kopfende vom 100cm und am Fußstück 65cm zu nehmen, war letztendlich durch die Tarpstange bestimmt, die ich für die Spreizen verwende. Sie lässt sich eben in ein 100cm und in ein 65cm Stück zerlegen – Perfekt!

Abb.01 Triangelaufhängung am Fußende

Abb.01 Triangelaufhängung am Fußende

Durch die 1m Breite liegt man höher als in der Matte von GrizzlyAdams was einem eine bessere Rundumsicht, ein noch bequemeres Liegen und einen einfacheren Einstieg beschert. Allerdings ist man durch das breite Kopfende ein bisschen eingeschränkter beim Abspannen eines kleineren Tarps. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Gesamtlänge der Matte zu nimmt, da die Seitenlängen der Triangel (das gleichschenklige Schnurdreieck zwischen Spreizen und Aufhängung) am Kopfende größer wird. Hintergrund: Die Seitenlänge der Triangelaufhängung nimmt gemäß der Verhältnisregel mit der Breite der Spreize zu. Durch Experimente und Berechnungen sind Mitglieder (TeeDee) im Hammockforum davon überzeugt, dass ein Verhältnis der Seitenlänge zu Spreizenbreite mit 1:1 sinnvoll ist. Wird die Seitenlänge der Schenkel verkürzt, desto mehr Kraft wirkt auf die Längsachse der Spreizen ein. Manche verwenden für die Triangel auch 85% der Spreizenlänge und scheinen zufrieden zu sein. Bei meinen 100kg bleibe ich aber lieber bei 1:1 ;-) und für den Komfort nehme ich gerne kleinere Nachteile in Kauf – there ain’t no free lunch. Ach ja, außerdem wird die Matte kippliger, je kürzer die Triangelschnüre werden…

Teil 1: Bau des Grundkörpers

Abb.02 Zuschnittmaße für das Stoffbett und für das Kopf- und Fußteil.

Abb.02 Zuschnittmaße für das Stoffbett und für das Kopf- und Fußteil.

Stoffbett
Zunächst wird der Stoff für den Mattenkörper auf Länge geschnitten. Nach einer Faltung des Stoffs über die Längsachse werden die Markierungen für die (halbe, da gefaltete) Stoffbreite an Kopf- und Fußende angezeichnet und daran die Parabelschablone angelegt. Nach dem Festpinnen der Schablone wird an ihr entlang geschnitten. Aus der Parabeltiefe von 15cm ergibt sich im fertigen Zustand eine akzeptable Gesamtbreite an der schmalsten Stelle von ca. 76 cm. Der Clou der Längsfaltung ist übrigens, dass man mit einem Schnitt beide Kanten des Stoffes auf einmal und völlig symmetrisch schneiden kann. Das Ganze wird noch für die untere, bzw. äußere Stoffschicht wiederholt. Diese wird ca. 2cm breiter als die innere geschnitten um später besser das Volumen einer Iso-Matte aufzunehmen. Die Abschnitte werden nachher noch für die Endkappen und das Staufach benötigt.

Abb.03 Die Parabelform habe ich mit QCad, einem freien CAD-Programm, erzeugt. Die Koordinaten habe ich  auf ein großes Stück Packpapier in 1:1 übertragen, verbunden und ausgeschnitten. Übrigens wird diese Schablone auch für das Moskitonetz benötigt

Abb.03 Die Parabelform habe ich mit QCad, einem freien CAD-Programm, erzeugt. Die Koordinaten habe ich auf ein großes Stück Packpapier in 1:1 übertragen und ausgeschnitten. Übrigens wird diese Schablone wird auch für das Moskitonetz benötigt

Im Anschluß werden alle 4 Kopfkanten gesäumt und die beiden Stoffschichten an den Längskanten miteinnander vernäht, so wird es leichter bei den Gurten. Diese werden auf der späteren Innenseite bündig mit den Außenlängskanten angelegt und mit geradem Stich am Stoff fixiert. Die Gurte müssen etwa 1 cm an den Enden von der gesäumten Stoffkante zurückspringen, denn an dieser Kante wird später die Endkappe angenäht. Nun wird der Stoff zusammen mit den Gurten zweimal so stramm wie möglich nach innen umgelegt und festgepinnt und zweimal mit einem geraden Stich vernäht. Zuerst an der innen liegenden und dann an der außen liegenden Kante.

Endkappen
Als nächstes darf man sich den Endkappen widmen. Hier möchte ich auf jeden Fall auf ein Video von Prof. Hammock verweisen, denn ohne visuelle Unterstützung ist das Ganze wirklich nur sehr schwer zu erklären. Im Wesentlichen geht es darum, mit einem ausgefuchsten Trick ein 3-dimensionales Gebilde aus einem Stofflappen herzustellen. Das Youtube-Video könnt ihr hier finden (wie immer in Englisch).

Abb.04 Untere Kante ist auf die Markierung geklappt und die Nahtlinie ist angezeichnet (alte Aufnahme, daher kein Saum an Stoffkanten).

Abb.04 Untere Kante ist auf die Markierung geklappt und die Nahtlinie ist angezeichnet (alte Aufnahme, daher kein Saum an Stoffkanten).

Die Zuschnittsbreite des Stoffes für eine Endkappe ist gleich der Breite des entsprechenden Endes vom Stoffbett. Die Zuschnittshöhe setzt sich aus der späteren tatsächlichen Höhe plus der Tiefe der eingenähten Endkappe zusammen. Die Kappen benötigen zusätzlich Tiefe, da im aufgehängten Zustand die Zugkraft nur über die äußeren Kanten mit den eingenähten Gurten gelenkt wird. Dadurch ist das Stoffbett der Matte weniger gespannt und springt etwas zurück. Die Endkappen würden nach dem Einnähen ohne zuätzliche Tiefe also nicht senkrecht, sondern schräg nach innen „fallen“ und die Netto-Länge der Matte verkürzen. Die Tiefe habe ich mit 3-4cm aufgeschlagen. Nach dem Zuschnitt, den man aus den Stoffresten des Grundkörpers machen kann, wird eine der langen Kante gesäumt. Diese Kante wird später mit der inneren Stoffschicht vernäht und die ungesäumte Kante wird später mit Schrägband versäubert, sie verläuft nachher parallel zu den Spreizen. An dieser Kante werden nun Markierungen in Spreizenbreite angezeichnet (wir wissen ja, dass der Zuschnitt breiter als die Spreizen ist). Dann werden die Ecken der gesäumten Kante auf die Markierungen gefaltet und festgepinnt. Nun muss man wie im Video zu sehen ist überflüssigen Stoff irgendwie loswerden. Dazu wird entlang eines Markierungsstriches von einer bestimmten Länge eine gerade Naht gezogen (vgl. Abb.04) und der aussen davon liegende Stoff sehr knapp abgeschnitten. Das Ganze wird dann auf links gezogen und nochmals vernäht, so dass die erste Naht in der zweiten eingeschlossen ist. Damit ist die Endkappe eigentlich schon fertig.

Die Endkappen sind in Form gebracht. Nach einigen Probestücken habe ich endlich zufriedenstellende Dimensionen gefunden

Die Endkappen sind in Form gebracht. Nach einigen Probestücken habe ich endlich zufriedenstellende Dimensionen gefunden

Annähen der Endkappen
Dazu werden die gesäumten Kanten von Endkappe und Stoffbettkante vernäht. Beide Säume werden übereinander gelegt (Endkappe auf innerer Stoffschicht) und mit Nadeln festgesteckt. Um eventuelle Ungenauigkeiten in der Länge gleichmäßig zu verteilen, markiere ich auf beiden Stoffen die Mitte und lege die Markierungen deckend übereinander und pinne dann von der Mitte aus den Stoff fest. An den Enden muss die Saumkante der Endkappe unter die Saumkante vom Stoffbett eingeschoben werden, bevor alles mit zwei parallelen Stichen vernäht wird.
Um einen schönen Übergang an den Ecken zu bekommen, verwende ich 40mm Schrägband. Dieses beginnt auf beiden Längskanten der Seiten ca. 5cm vor der Ecke und verläuft über die gesamte Oberkante der Endkappe.

Abb.07 Gurtschlaufen sind angenäht (Foto zeigt einen späteren Zustand)

Abb.07 Gurtschlaufen sind angenäht (Foto zeigt einen späteren Zustand)

Gurtschlaufen für Aufhängung
Vier 40cm lange Gurtstücke werden mit 4 oder 5 Zick-Zack Stichen an die Längskanten genäht. Die Schlaufen sollten ca. 2cm lang sein, damit die Verbinder mit den Diamantknoten für das Triangelsystem angebracht werden können.

Nächster Teil: Triangel und Moskitonetz

[whohit]-Bridge-[/whohit]

Winter Under Quilt

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Hier nun der erste Versuch einen leckeren Daunen-Underquilt für meine Bridge Hammock zu bauen. Dazu habe ich mir bei Dutch aus den USA feinstes Stöffchen bestellt: Argon 90 in schwarz und orange. Wiegt praktisch nichts. Orange kommt auf die Innenseite.

Der Quilt wird ein partial-length (2/3 oder 3/4 Länge) Under Quilt, d.h. in meinem Fall wir er mir hoffentlich bis über die Knie reichen. Gesamtlänge um die 140cm. Die 250g Füllung von 860cuin Daune lässt einen Temperaturbereich in deutlichen Minusgraden erwarten.

Update, 20.09.2013
Nach der Fertigstellung ist das endgültige Längenmaß auf 131 cm geschrumpft. Knappe Sache. Jedenfalls geht mir der Quilt beim Probeliegen bis knapp unter die Kniekehle, lässt sich aber noch etwas Richtung Füße verstellen. Gesamtgewicht mit Packsack: 419g. Fairer Weise müsste noch das Gewicht vom Iso-Pad dazu addiert werden, welches unter die Waden und Füße gelegt werden muss. Dennoch: Sollte der Quilt mich wirklich in die versprochenen Temperaturbereiche bringen, dann bin ich bei dem Gewicht mehr als begeistert.

Zur Daunenverarbeitung:
Der befürchtete Schneesturm aus Daunen blieb zum Glück aus. Die Staubsaugermethode funktionierte einwandfrei. Hilfreich ist ein kleiner, handlicher und regelbarer Sauger. Zwischen den ersten beiden Rohrsegmenten muss eine Barriere sitzen, z.B. aus Moskitonetz. Die Daunen werden angesaugt, sammeln sich aber wegen der Barriere in dem ersten Rohr. Das wird abgenommen und mit dem Mund die Daunen in den Kanal geblasen. Da in meinem Fall pro Arbeitsgang immer nur 5g eingebracht werden konnten (bei 36g pro Kammer), war das Ganze ein Geduldspiel. ABer es hat sich gelohnt.

Nun warte ich auf die erste Möglichkeit, den Quilt im Feld zu testen. Wahrscheinlich eines der nächsten Wochenenden. Bin gespannt!

Upadate 28.09.2014
Habe die erste Nacht im Wald verbracht, leider bei nur 11°C. Zusammen mit einem -7° Schlafsack waren die nächtlichen Temperaturen tatsächlich zu hoch. Nur in T-Shirt und kurzer Unterwäsche wachte ich das ein oder andere mal auf weil ich ins Schwitzen kam. Na gut, lüften geht ja immer.

Würde demnach von einem positiven Résumé sprechen, der Quilt hat noch Potential nach unten. Die kommende Zeit wird es zeigen wie weit. Im Oktober folgt das nächste Wochenende, hoffe es wir ein bisschen kühler!

Argon 90, orange

Argon 90, orange

Daune kam im Kissen

Das Umfüllen der Daune vom Kissen in die Quiltkanäle wird noch eine Herausforderung…

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Innerer und äußerer Stoff ist zugeschnitten und die Linien für die Stege aus Moskitonetz angezeichnet

Im Anschluss wurden die Stege aus Moskitonetz (NoSeeum) angenäht und beide Stoffe miteinander vernäht

Im Anschluss wurden die Stege aus Moskitonetz (NoSeeum) angenäht und beide Stoffe miteinander vernäht

Fertig vernäht. Hier die Aussenseite...

Fertig vernäht. Hier die Aussenseite…

... und die Innenseite

… und die Innenseite

Hier mal ein Einblick ins Innere

Hier mal ein Einblick ins Innere

Mit einem Sauger wurden die Daunen in 5g-Schritten aus dem Kissen rausgesaugt...

Mit einem Sauger wurden die Daunen in 5g-Schritten aus dem Kissen rausgesaugt…

... und in die Kanäle eingeblasen

… und in die Kanäle eingeblasen

Nach einigen Stunden geduldiger Arbeit, ist das Biest endlich fertig!

Nach einigen Stunden geduldiger Arbeit, ist das Biest endlich fertig!

Und weil's so schön ist, hier auch mal die Innenseite. Klasse Farbkombination

Und weil’s so schön ist, hier auch mal die Innenseite. Klasse Farbkombination

8 cm Loft, das wird warm!

8 cm Loft, das wird warm!

...und mit 418g recht leicht (Packsack 15g).

…und mit 419g recht leicht (Packsack 15g).

[whohit]-Underquilt-[/whohit]